Auf der Spur der Magie – Toverland

Wir schreiben Montagmorgen, 9:30 Uhr. Sevenum, Niederlande. Wir befahren nach einer dreistündigen Fahrt den neuen Parkplatz des Toverlands und staunen nicht schlecht, als gerade einmal drei Autos vor uns selbiges getan haben. Zwar war es noch eine halbe Stunde bis zur offiziellen Parköffnung, allerdings versprach das ein leerer, wenn nicht sogar sehr leerer Tag zu werden. Glück für mich, denn das war mein erster Besuch im Toverland. Nach kurzem Fußweg erreichten wir auch schon das neue Tor zur Magie, denn zur Saison 2018 eröffnete das Toverland seinen neuen Eingangsbereich „Port Laguna“.

Port Laguna (Neu 2018)

Port Laguna ist ein sehr farbenfroher Bereich. Die dominierenden Farben gelb und blau wirken teilweise zwar etwas übertrieben, aber dennoch gut in Szene gesetzt. Die luftig errichteten Gebäude mit Sonnenschutzartigen Lamellen bringen einem direkt ein Urlaubsgefühl. Betritt man den Park gelangt man auch direkt an die namensgebende Lagune und findet die Möglichkeit sofort, in den gemütlichen Sitz- und Liegegelegenheiten, zu entspannen. Genug des Lobes, die Lagune wirkt leider wie ein großer Tümpel. Das klingt böse aber so wirklich überzeugend ist sie dann doch eben nicht. Trotzdem lädt der Bereich zum verweilen ein und bietet sogar eine Attraktion. „Magiezijn“ ist eine Art interaktives Lagerhaus. Ziel ist es mit der Familie Magistralis die eigene Magie zu finden. Ein Moderator und Familienangehöriger führt durch diese kleine 5-minütige Show. Mit den ganzen Effekten war die Show in Ordnung. Mehr aber auch nicht. Negativ ist uns die kurze Öffnungszeit von gerade einmal 2 Stunden aufgefallen.

Ithaka

Troy. Ja das ist in diesem Bereich definitiv der Hauptakteur. Eine Holzachterbahn, die europaweit zu den besten zählt. Viele schwärmen ja von der Bahn und nach meiner ersten Fahrt kann ich sagen „Ja, sie ist genial“. Kaum warm gefahren lädt die Bahn zu einem rasanten und sanften Erlebnis ein und macht einfach nur Laune. Schmeißt sich von der einen Kurve in die nächste und nimmt auf dem weg noch ein paar schöne Airtime-Hills mit. Das ganzen bei einem sehr bodennahen Layout und trotz der geringen Höhe. Super! ABER nur morgens. Leider haben wir den Fehler gemacht und sind sie am Abend nochmal gefahren. Gefühlt war sie noch schneller und damit auch unangenehm ruppig. Die sanfte Fahrt war dann eher ein „um die Wette schütteln“. Daher haben wir die Bahn leider nicht so positiv in Erinnerung. Ob das an der Tagesform lag oder täglich so ist, kann ich leider nicht sagen. Zudem bietet der Bereich noch eine Schiffschaukel mit dem Namen „Scorpios“ und eine Pferdereitbahn mit dem klangvollen Namen „Paarden van Ithaka“. Der Bereich ist thematisch schön an das Thema Troja angepasst und inmitten diesem erwartet den Besucher noch ein riesiges, hölzernes Pferd.

Wunderwald

Der Themenbereich Wunderwald beheimatet drei weitere Großattraktionen. Darunter die Achterbahn „Booster Bike“, welche ja durchaus verhasst ist. Ganz ehrlich? So schlimm finde ich sie nicht (vorausgesetzt man drückt sich etwas aus der Sitzschale und findet eine ganz gute Position). Nette Beschleunigung und nette Kurven. Das wars eigentlich auch schon. Die Station ist die einzige Umbauung der Attraktion und die ist eher von der Fraktion „Wellblech- Charme“. Und thematisch ist da einfach nur eine Wiese. Des Weiteren findet man die Baumstammfahrt „Expedition Zork“. Diese haben wir aufgrund des Wetters allerdings nicht genutzt. Nun fehlt nur noch die Maximus Blitz Bahn, falls wir mal von den kleineren Attraktionen des Bereichs absehen. Mal davon abgesehen, dass die Bahn mindestens vier technische Störungen über den Tag verteilt hatte und die Wartezeiten meist jenseits der 60 Minuten lagen, ist die Bahn Klasse! Zur Erinnerung: Der Park war gähnend leer. Es gab nirgends auch nur irgendeine Wartezeit. Aber wenn man dann mal eine akzeptable Wartezeit bei der Maximus Blitz Bahn erwischt, sollte man auf jeden Fall einen Ritt wagen. Der Rest, des teilweise im Halleninneren befindlichen Bereichs, ist stimmig gestaltet und hat uns sehr zugesagt.

Land van Toos

Über einen zauberhaften Tunnel schließt sich der ehemalige Eingangsbereich des Toverland „Land van Toos“ an den Wunderwald an. Dieser Bereich hat uns trotz der Thematisierungsansätze leider gar nicht zugesagt! Es sieht einfach kaum geordnet aus und es kommt darin einfach keine Stimmung auf (im Gegensatz zum Rest des Parks). Die Wasserrutsche „Drakenslangen“ und das „Toverhuis“ (zu Deutsch: Zauberhaus) machen Spaß. Die anderen Attraktionen sind einfach etwas für die kleineren. Die Achterbahn „Toos-Express“ war leider geschlossen. Thematisch sollte in diesem Bereich definitiv etwas getan werden!

Magische Vallei

Ganz anders das „Magische Vallei“, genial in die Umgebung eingebettet mit schönen Szenerien läuft man über das Rafting „Djengu River“ hinzu „Dwervelwind“. Das Rafting hat uns sehr überzeugt und einfach nur Spaß gemacht. Nass wurde man nicht allzu sehr, was aber für uns kein Hindernis ist. Nun zu „Dwervelwind“. Was soll ich sagen? Ich habe mich schockverliebt. Die Bahn beginnt in der schönen Station erstmal mit einem epischen Soundtrack, der eine Spannung aufbaut und ganz viel Lust auf mehr macht. Hinab in die Tiefe beginnt die Gondeldrehung und wirbelt einen förmlich durch die Gegend. Viele Kurven später fährt man in die Schlussbremse und hat ein breites Grinsen im Gesicht. Der einzige Gedanke: Nochmal!

Avalon (Neu 2018)

Nun zum zweiten neuen Bereich im Jahr 2018. „Avalon“ wartet mit zwei großartig gestalteten Bahnen auf. Dem Wingcoaster „Fenix“ und der Bootsfahrt „Merlin‘s Quest“. Die beiden Attraktionen sind nahezu perfekt in die Welt rund um den Zauberer Merlin und das Schwert Excalibur eingebettet. Die Fahrt mit Fenix macht Spaß und sorgt teilweise für stärkere Kräfte in der Helix. Aber vom Hocker gerissen hat uns die Bahn leider nicht. „Merlins Quest“ ist da eher etwas ruhig und teilweise echt sehr langatmig. Zum Glück gibt es da aber noch den eigentlichen Teil der Attraktion. Der Indoorpart. Und der ist einsame Spitze. Einfach fantastisch wie die Story hier erzählt wird. Die langatmigen Teile waren zum Indoorpart und davon weg, da einfach nichts passiert. Nicht mal Musik, nichts. Das kann man besser. Des Weiteren gibt es eine Seite bei Fenix, auf die man direkt zuläuft, die einfach nicht thematisiert ist. Sehr schade, denn das ist der einzige Schandfleck in dem Bereich, der die Illusion einfach etwas zunichtemacht. Bei dem Part nach der Station mit dem es sich ähnlich verhält, soll wohl noch etwas gemacht werden. Wir sind gespannt.

Abschließend lässt sich festhalten, dass wir einen zauberhaften Tag in einem sehr leeren Park verbracht hatten und einen magisch thematisierten Park vorgefunden haben. An einigen Ecken gibt es noch etwas zu tun, allerdings ist das alles schon auf einem sehr hohen Niveau. Chapeau Toverland! Wir werden wiederkommen. Definitiv!

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