Bakken – Ein Besuch im ältesten Freizeitpark der Welt!

Vergangenen Sonntag ging es für unser Team zum ersten Mal nach Bakken. Der Dänische Park gilt als der älteste Freizeitpark der Welt und liegt am Waldesrand bei Klampenborg (im Norden Kopenhagens). Der Park zählt 6 Coaster, darunter die Holzachterbahn „Rutschebanen“ aus dem Jahr 1932 und der Spinning-Coaster „Tornado“ aus dem Hause Intamin. Der Eintritt für den Park ist grundsätzlich kostenlos. Um Fahrgeschäfte zu fahren kann man zwischen den jeweiligen Fahrpreisen der Attraktion, einer Fun Card (44 Coupons / jede Fahrt kostet, je nach Fahrgeschäft, 4-10 Coupons) oder dem Tourbånd (inkl. jede Attraktion / pro Attraktion max. 10 Fahrten) entscheiden. Wir haben uns natürlich für das Tourbånd entschieden.

Als wir kurz nach Parköffnung (12Uhr) am Eingang ankamen, warteten wir zunächst einmal rund 20 Minuten um ein Tourbånd für 269DKK (ca. 36€) zu erwerben. Vorfreude stieg, denn das Wetter war gut und im Park war schon ordentlich was los.

Vom Eingang aus ging es dann zunächst einmal an der Kinderachterbahn „Mariehønen“ und einem sehr kleinen Riesenrad vorbei. Auch einige Imbissbuden und das erste Restaurant waren sofort vorzufinden. Man konnte ab hier schon vermuten, dass in Bakken alles sehr dicht beieinander ist. Links und rechts wurde schon auf der ersten Meile nirgendswo auch nur ein kleiner Freiraum gelassen.

So kamen wir dann an die erste Kreuzung. Auf der linken Seite befand sich nun ein sehr schönes Restaurant mit bunten Häuschen, geradeaus schaute man direkt auf das familiäre Rundfahrgeschäft „AfroKopperne“. Diese kleine Attraktion wählten wir dann auch als unsere erste Fahrt des Tages und sahen keinen wirklichen Unterschied zu all den anderen Kaffeetassenfahrten in den anderen Parks.

Weiter dem Weg gefolgt, stießen wir schon auf „Tornado“. Doch zunächst einmal war der „SkyRoller“ von Gerstlauer dran. Der SkyRoller war nichts komplett neues für uns, wobei er sich gering zu den SkyFly-Modellen im Holiday Park und in Tripsdrill unterscheidet: Immer 2 Gondeln befinden sich hier an mehreren Armen und die Gondeln befinden sich gleichzeitig immer auf der selben Höhe. Vom Fahrgefühl her haben wir die Drehungen etwas intensiver empfunden. Ebenfalls ließen sich die Flügel etwas leichter bewegen. Dafür war das Fahrprogramm etwas kürzer als im Hopa oder in Tripsdrill.

Weiter ging es zum bereits genannten „Tornado“ (ein Spinning-Coaster von Intamin), welcher wirklich alle Erwartungen übertreffen konnte und welchen wir deshalb auch 4 Mal an diesem Tag gefahren sind. Der Coaster ist unglaublich turbulent und intensiv. Dies bezieht sich in erster Linie auf den Chain Lift Hill, sowie die erste Kurve, welche unglaublich rasant bis ruckartig durchfahren werden. Was hier eher ein Heidenspaß ist, kann leider aber auch wirklich schmerzhaft und unangenehm werden. Den Grad zwischen spaßig und schmerzhaft haben wir als sehr schmahl empfunden. Die nun folgenden Kurven sind nun deutlich angenehmer und haben uns immer sehr viel Spaß gemacht. Nach genau 342 Metern war eines unserer intensivsten Coastererlebnisse dann wieder vorbei.

Weiter ging es direkt nebenan mit dem 2. Highlight des Parks: der Holzachterbahn „Rutschebanen“. Diese Achterbahn steht kurz vor ihrem 87. Geburtstag, ist aber nur noch einer der wenigen Beweise dafür, dass der Park schon ziemlich alt ist.

Da überhaupt gar nichts bei der Holzachterbahn zu diesem Zeitpunkt los war, nutzten wir die Gelegenheit und stiegen in die erste Reihe ein. Ein relativ schneller Lift beförderte uns nach oben und kurz darauf ging es steil nach unten, wobei wir auch sofort feststellen konnten: Die Bahn fährt noch ziemlich weich für ihr Alter. Dieses Gefühl zog sich dann auch über die komplette Strecke, zumindest wenn man ganz vorne fährt. Wer in der Mitte oder vorallem hinten sitzt, bekommt schon mal den ein oder anderen Schlag zu spüren und auch der Bügel geht gerne während der Fahrt weiter zu und kann den Bauch etwas zudrücken. Aber bei dem Alter kann man wohl nicht meckern, so lange die Schläge nicht wirklich schmerzhaft werden, was sie für uns auch definitiv nicht waren. Die Instandhaltung ist bei Rutschebanen also Top! Die Fahrt endete schließlich mit einem langen Tunnel und passenden LED-Effekten, was von uns noch einen Pluspunkt gibt. Eine weitere Kritik müssen wir jedoch trotzdem äußern: Die Operator sollten deutlich mehr darauf hinweisen, dass man bei der Bahn auf gar keinen Fall die Arme seitlich rausstrecken darf. Das ist hier nämlich extrem gefährlich, weil wirklich während der gesamten Fahrt der Abstand nicht ausreicht um das zu tun. Dennoch sind wir die Bahn über den Tag verteilt ebenfalls vier Mal gefahren, weil sie uns wirklich verdammt viel Spaß beschert hat, denn die Streckenführung war einfach super!

Weiter ging es nun beim Double Shot Freefall-Tower mit dem Namen „Tårngyset“. Dieser war nicht sonderlich hoch (30m), hat aber dennoch Spaß gemacht. Für Kinder und Menschen mit Höhenangst gab es direkt daneben auch noch „HipHop“: einen kleinen Freefall-Tower mit einer Höhe von gerade einmal 9 Metern.

Ebenfalls spaßig war es auf jedenfall auch im „Hurlumhejhus“, in welchem man einen Parkour durchlaufen muss. Das Haus hatte innen ein paar wirklich gute Elemente. Außen ist das Theming ganz gut gelungen, kann aber nicht wirklich die Tatsache kompensieren, dass man sich bei seinem Anblick wie auf einer stinknormalen Kirmes fühlt. Diesen Eindruck vermitteln jedoch nicht wenige Gebäude in Bakken. Der gesamte Park ist unserer Meinung nach auch vom Gefühl her irgendetwas zwischen klassischer Kirmes und Themenpark mit akzeptablem Theming.

Wie auch immer. Weiter ging es dann jedenfalls mit dem Rundfahrgeschäft „Extreme“. Wie der Name schon verrät, handelt es sich hierbei um eine thrillige Attraktion. „Extreme“ vom Hersteller „Moser Rides“ war für uns persönlich eine Neuheit und hat uns nicht enttäuscht. Auch wenn das Fahrgeschäft von außen extremer und schneller aussieht, als es dann tatsächlich in der Gondel sich anfühlt, hat es seinen Namen durchaus verdient und kann von uns allemal empfohlen werden. Insgesamt sind wir auch dieses Fahrgeschäft über den Tag verteilt 4 Mal gefahren.

Anschließend ging es dann weiter zur dritten Achterbahn des Tages: „Vilde Mus“. Auch diese konnte uns überzeugen, obwohl sie sich von Streckenführung und Design her nicht wirklich vom Großteil der anderen uns bekannten wilden Mäusen unterscheidet. Jedoch sollte bei dieser wilden Maus, vom deutschen Hersteller Mack Rides, erwähnt werden, dass die Wägen noch sehr weich auf der Schiene unterwegs sind, da dies erfahrungsgemäß bei wilden Mäusen alles andere als eine selbstverständlichkeit ist, auch wenn man andere Bahnen dieses Typs ein Stück weit in Schutz nehmen muss, da die „Vilde Mus“ in Bakken noch recht neu ist und im Jahr 2012 eröffnet wurde.

Wieder an SkyRoller, Tornado und Rutschebanen vorbei, gelangt man zur Wildwasserbahn „Vandrutschbanen“. Diese sind wir bei unserem Besuch nicht gefahren. Bei dem Log Flume von Reverchon wurde komplett auf eine Thematisierung verzichtet, wodurch sich die Attraktion mit 2 Drops einzig und allein dem klassischen Wasserspaß verpflichtet hat. Für den Abend weist die Attraktion jedoch auffällig viele kleine Lampen auf, die das Fahrerlebnis in der Dunkelheit wieder ordentlich aufwerten können.

Weiter ging es mit der nächsten Achterbahn: dem „Mine Train Ulven“. Der Family Coaster aus dem Hause Intamin hat unsere Erwartungen total übertroffen. Anders als er zuvor vermutet war dieser alles andere als langweilig. Mit bis zu 65km/h und guter Streckenführung fuhr er trotz seinen immerhin 22 Jahren noch verblüffend weich auf der Schiene. Ganz klare Empfehlung von uns!

Nach der Fahrt mit dem Mine Train Ulven kamen wir an der großen Bakken-Bühne vorbei, vor der sich inzwischen schon hunderte Menschen versammelt haben. Der komplette Platz vor der Bühne war gefüllt und die Nachmittags-Band hieß in diesem Moment alle herzlich willkommen.

Bakken ist alles andere als ein Park, in den die Menschen nur zum Achterbahn oder Wildwasserbahn fahren kommen. Es schien uns sogar so, dass der größte Teil der Menschen hier kein einziges Fahrgeschäft fährt, sondern kommt um sich die musikalischen Darbietungen auf der Bakken-Bühne anzuschauen bzw. anzuhören, sich in ein Restaurant oder Biergarten zu setzen, sich in einem der Imbisse schnell ihr Mittagessen zu holen oder eine Runde Entchen-Angeln zu spielen. Wie auch immer: Die Stimmung ist auf jedenfall vergleichbar mit der einer klassischen Kirmes.

Nachdem wir uns ein paar Lieder der dänischen Band, welche uns sehr gut gefallen hat, angehört haben, ging es weiter zum „Crazy Theatre“, welches ein interaktives Kino-Erlebnis bietet, in dessen Film man in die Rolle eines Cowboys schlüpft. Dazu setzt man sich auf ein stilisiertes Pferd, das klassischerweise mit einer Pistole ausgestattet ist, um mit dieser die Banditen aus der Stadt treiben zu können. Bis zu 30 Personen schießen dann während des Films auf die Leinwand, die bei jedem Schuss die Nummer des Pferds anzeigt, damit man eine Ahnung hat wo der Schuss überhaupt ankommt. Das „Crazy Theatre“ war ohne Zweifel der größte Flop des Tages. Der Film war billig gemacht, aber was noch schlimmer war: Keine der Personen im Kinosaal konnte auch nur einen Punkt (wurde auf einem Display auf dem Pferd angezeigt) mit ihren Schüssen sammeln. Obwohl man des öfteren zweifelsfrei die Ziele getroffen hat, funktionierte rein gar nichts. Kopfschüttelnd haben wir nach 5-10 Minuten die Attraktion wieder verlassen.

Etwas besser war es dann wieder nebenan im 5D-Cinema (jetzt mal abgesehen davon, dass wir es für ein Unding finden seine Attraktion nach „5D“ zu benennen), in welchem eine gute Produktion von MackMedia gelaufen ist. Das 5D-Cinema soll aber auch noch einige andere Kurzfilme bieten. Das Kino ist unserer Meinung nach letztendlich kein Muss in Bakken, aber durchaus einen Besuch wert.

Schon eher ein Muss ist dagegen das Spuckschloss mit dem Namen „Spøgelsestoget“. Von außen eher an eine Playmobil-Burg erinnernd, schlummern innen echte Überraschungen. Auf 2 Etagen führen die 2er-Gondeln durch generell sehr dunkel gehaltene Räume, in denen es immer wieder super getimte Schockmomente mit verschiedensten Monster-Arten gibt. Für uns gehört „Spøgelsestoget“ nun auf jedenfall zu den Favoriten unter den Geisterbahnen.

Anschließend ging es für uns weiter zum Wildwasserrondell „Dillen“ von Zierer. Die Gondeln des Rondells waren im Krokodil-Design und die Steuerung funktionierte simpel und problemlos. Durch die niedrigen Wände am Rand des Rundfahrgeschäfts konnte man als Fahrgast unachtsame Zuschauer gut nassspritzen und so seinen Spaß haben.

Vorbei an einem klassischen Polypen und dem interessanten Kinderkarusell „Kænguru“ kamen wir schließlich bei der Schiffschaukel „Vikingeskibet Dragen“ an. Diese gehörte eher zu den kleineren Schiffschaukeln, machte uns aber trotzdem Spaß und hatte unüblicherweise sogar gegenüberliegende Sitzbänke, wodurch man immer in die andere Fahrtrichtung wie sein unmittelbar gegenübersitzender Mitfahrer schauen konnte und sich so noch besser gegenseitig anschreien konnte.

Bevor wir einige Attraktionen noch ein zweites, drittes oder viertes Mal gefahren sind, war da aber noch eine Achterbahn übrig: „Racing“ von Zierer. Das alte Modell mit dem Namen Flitzer steht seit den 1980ern in Bakken. Hergestellt wurde die Bahn bereits im Jahr 1971 und reiste in seinen ersten drei Jahren zunächst mit Showman Rudolf Robrahn durch die Welt. Bevor sie dann in Bakken, wo sie natürlich super als Oldtimer unter den Achterbahnen ins Konzept passt, ihren festen Platz gefunden hat, war sie noch auf zahlreichen deutschen Rummelplätzen vorzufinden.

„Racing“ ist zweifelsohne eine sehr besondere Achterbahn. Das Design der Wägen (Platz für 2 Personen), der Bahn und der gesamten Thematisierung werfen einen gefühlt mal mindestens 40 Jahre zurück. Beweis für diese Aussage sollte alleine schon der Bremser am Ende der Fahrt sein, der mit seinem rießigen Hebel jeden einzelnen Wagen auf schrittgeschwindkeit herunterbremsen muss. Trotz des Alters fährt „Racing“ relativ weich und ist auch heute noch eine wirklich genießbare Achterbahn – vorallem für Familien.

Zum frühen Abend sind wir dann aufgrund der kurzen Wartezeiten (Maximum: etwa 10 Minuten) problemlos alles gefahren, was wir fahren wollten (vieles sogar mehrmals) und sind wieder nach Hause gefahren, obwohl der Park noch eine Weile geöffnet gehabt hätte. Kommen wir also nun zu unserem Fazit.

Unser Fazit:

Unser Besuch in Bakken hat uns alles in allem sehr gut gefallen und die 36€ für das Tourbånd haben sich unserer Meinung nach gelohnt. Es ist nicht ganz billig, aber vergleicht man das mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis anderer europäischer Freizeitparks fällt es jetzt nicht wirklich aus der Reihe. Tendenziell sind es unserer Meinung nach wenige Euro zu viel. Dafür kann man nach seinem Besuch behaupten im ältesten Freizeitpark der Welt gewesen zu sein und noch zwei alte Achterbahnen (Rutschebanen und Racing) mit hohem Nostalgiewert gefahren zu sein. Und auch eine Fahrt mit dem wirklich sehr rasanten und besonderen Spinning-Coaster „Tornado“ sollte einem in Erinnerung bleiben und entgeht dem, der noch nie diesen Park besucht hat. Eine Fülle an völlig verschiedenen Fahrgeschäften (genug für die ganze Familie… manche Kinderattraktion hat in diesem Beitrag keine Erwähnung mehr gefunden) mit guter Qualität gibt es auf jedenfall in Bakken. Das Showangebot ist hingegen sehr überschaubar und ein roter Faden ist bei der Thematisierung praktisch nicht vorhanden. Das Selbe gilt auch für gute Rückzugsorte um dem Trubel im Park mal entkommen zu können. In Bakken ist alles so dicht auf dicht zugebaut worden, sodass der beste Rückzugsort wahrscheinlich eines der vielen Restaurants ist.

Unser Team fand das vielseitige Ticket-Angebot von Bakken sehr gut. Der freie Eintritt für den Park an sich und die Möglichkeit nur für das zu zahlen, was man letztendlich auch fahren möchte, finden wir einfach super, weil so jeder ganz individuell entscheiden kann was er machen möchte. Wer z.B. mit der ganzen Familie kommt, aber Familienmitglieder dabei hat, die nur ein oder zwei Dinge fahren möchten, die holen sich einfach spontan am Eingang zur entsprechenden Attraktion ein Einzelfahrticket und sparen unterm Strich ordentlich Geld.

Bakken ist kein Park, den wir vom Theming her weiter oben einordnen würden. Vergleicht man den Park mit einer Kirmes, dann spielt er zweifelsohne in der Champions League mit. Denn dafür hat er wirklich ein liebevolles Theming bei den einzelnen Fahrgeschäften, Shops, Restaurants usw., welches jeweils auch ganz individuell im Vergleich zu anderen Parks ist. Von Bakken könnte man jedoch nie behaupten, dass sich jemand wirklich Gedanken über Thematisierungs-Konzepte gemacht hat. Einen roten Faden gibt es hier, wie gesagt, keinesfalls und jede Attraktion passt hier in der Regel vom Theming und vom Standort her nicht zu der, die daneben steht.

Trotzdessen hat uns die Instandhaltung der Fahrgeschäfte wirklich begeistert. Dass hier eine gute Pflege der Bahnen stattfindet, lies sich für uns schon gleich am Anfang nach der Fahrt mit der uralten Holzachterbahn „Rutschebanen“ vermuten. Als dann aber auch noch die etwas älteren Achterbahnen Mine Train Ulven und Racing sehr weich fuhren und keine der anderen Attraktionen Schläge, oder ähnliches, bei der Fahrt verteilten, muss man die gute Instandhaltung einfach nochmal hervorheben.

Beim ältesten Freizeitpark der Welt hatten wir im Vorhinein die Erwartung noch mehr wirklich alte Attraktionen vorzufinden. Abgesehen von den 2 Achterbahnen macht doch alles den Eindruck, es steht hier seit maximal 30 Jahren, das meiste noch deutlich kürzer. Den Park kann man also unserer Meinung nach eher als neu oder modern und nicht als alt oder nostalgisch bezeichnen. Doch völlig unabhängig davon sind wir uns alle einig darüber, dass unser Besuch in Bakken sehr schön war.

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