Eurosat – CanCan Coaster & mehr

Heute war unser Team mal wieder im Europa Park Rust. Doch nicht wie so oft, gab es dazu einen ganz bestimmten Anlass: Die Eröffnung des neuen Eurosat – CanCan Coasters. Zugegebenermaßen fand die offizielle Eröffnung mit geladenen Gästen bereits schon gestern statt. Zu diesen gehörte unser Team jedoch nicht und so ließen wir es uns dann wenigstens nicht nehmen direkt heute, am 13.9.2018, in den Park zu fahren und uns selbst ein Bild von der Neuheit zu machen.

Die in der ikonischen silbernen Kugel erbaute Indoorachterbahn im französischen Themenbereich gilt als Wahrzeichen des Europa Parks und hatte dringend mal wieder eine Renovierung nötig. Die Attraktion bestand bereits seit fast 30 Jahren (1989) und dementsprechend war sowohl die alte Weltraum-Thematisierung, als auch die Schienen und Züge der Bahn schon sehr veraltet.

In Folge dessen schloss der EuropaPark die Achterbahn nach dem Ende der Sommersaison 2017 vorübergehend um diese mit neuen Schienen und Zügen, sowie einer komplett neuen Thematisierung auszustatten. Ebenfalls neu beim Eurosat – CanCan Coaster ist ein Virtual-Reality-Erlebnis unter dem Namen „Eurosat Coastiality“. Hier wurde auch das ehemalige Weltraum-Thema von der alten Eurosat aufgefasst um in Form eines neuen Virtual-Reality-Erlebnisses zurückzukehren. „Eurosat Coastiality“ wird eine neuartige Seamless Experience bieten – Besucher setzen schon vor der Achterbahn-Fahrt Virtual-Reality-Headsets auf und durchqueren im Wartebereich auf dem Weg zum Zug die Welt von Luc Bessons Kino-Blockbuster „Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten“. Um Eurosat Coastiality vom klassischen Achterbahn-Erlebnis zu trennen, wurde somit ein seperater Einstiegs-Bahnhof errichtet. Dieser befindet sich nun auf dem Platz vor der Mercedez-Benz-Hall, während sich der Eingang zur klassischen Eurosat-Fahrt an ähnlicher Stelle, wie auch schon zuvor, befindet.

Doch nicht nur die „Eurosat“ im französischen Themenbereich wurde erneuert. Auch um die silberne Kugel herum fanden große Veränderungen statt: So wurde die Dinosaurier-Themenfahrt „Universum der Energie“ zu „Madame Freudenreich Curiosités“ umgebaut und eine große, neue Häuserfassade versetzt die Besucher nach Frankreich. Ebenfalls neu im französischen Themenbereich ist ein Bootsrestaurant, sowie „Tarte Flambée“, ein Flammkuchenstand mit original Elsässer Flammkuchen. Diese beiden Neuheiten sind bereits sogar schon zum Saisonstart 2018 vorzufinden gewesen.

Unser Tag im Europa Park begann am morgen gegen 10Uhr bei bewölktem Himmel, mit jedoch angenehmen Temperaturen. Der Parkplatz war zu diesem Zeitpunkt zwar alles andere als leer, jedoch für EP-Verhältnisse auch nicht allzu sehr gefüllt, was sich, mit Ausnahme des CanCan Coasters, den gesamten Tag in den Wartezeiten der Fahrgeschäfte wiederspiegelte.

Nachdem wir den Park betraten, sind wir sofort zum neu thematisierten Frankreich gelaufen. Dort hatte der CanCan Coaster zunächst technische Schwierigkeiten, wodurch wir uns entschieden erst einmal eine Runde „Madame Freundenreich“ zu fahren.

Also betraten wir das gemütliche französische Fachwerkhaus, welches sich direkt links neben dem Eingang des CanCan Coasters befindet. Sofort schon im ersten Raum wurden wir von einer beeindruckenden Fülle an Krimskrams und Skurrilem im kleinen Souvenir- und Kuriositätenladen der betagten Dame empfangen. Wer ganz genau hinschaut, erahnt schon, welche Tiere ihr ganz besonders ans Herz gewachsen sind: die Dinosaurier. Dies wird einem spätestens im Weinkeller, wo sich ihre Dinosaurier-Brutstätte befindet, bewusst.

Das ehemalige Dinosaurier-Thema des vorherigen „Universum der Energie“ blieb somit in der Themenfahrt erhalten, wurde nun jedoch deutlich moderner nach der Geschichte der elsässischen Oma Madame Freudenreich mit ihren reizenden Haustieren gestaltet. Liebevoll pflegt die gemütliche, alte Dame in dieser Themenfahrt, mit nur geringem Nervenkitzel, ihre Dinos und verwöhnt sie mit süßen Leckerein wie z.B. dem selbstgebackenem Gugelhupf. Ebenfalls auffällig wird ihre Fürsorglichkeit anhand mancher Dinos, die selbstgestrickte Schals tragen, damit sie auch im kältesten Winter des Europa Parks auf keinen Fall frieren werden. Den Großteil der insgesamt fast 6-minütigen Themenfahrt fährt man durch den Garten von Madame Freudenreich, wo man die gut behandelten Urtiere z.B. mit Wäscheleinen spielen, oder Bienen züchten sieht. Einen kurzen Abstecher durch die Küche macht man jedoch auch um u.a. die süßen Leckereien der Dame betrachten zu können.

Die 136m lange und auf einer Fläche von 912m² gebaute Themenfahrt hat uns sehr gut gefallen, da sie sehr aufwendig und durchdacht thematisiert wurde. Es gab so viel während der Fahrt zu sehen, sodass wir uns sicher sind bei erneuten Fahrten wieder neues entdecken zu können.

Nach kurzem betrachten des Madame Freundenreich – Souvenirshops gingen wir wieder nach draußen, hatten nun direkten Blick auf das neue Bootsrestaurant, welches uns übrigens sehr gut gefällt, und entdeckten anschließend anhand der Warteschlange des CanCan Coasters, dass wir dieses Mal Glück haben werden. Also gingen wir entlang der Häuserzeile an einer Art Gebäude vorbei, wie es um 1900 schon in Paris vorzufinden war, und erreichten ein Gebäude später den namensgebenden MoulinRouge-Bereich. Dieses auffällige, rote Gebäude mit weißem „Moulin Rouge“ – Schritfzug, sowie CanCan Coaster-Logo und markanter Mühle auf dem Dach ist gleichzeitig auch der Beginn des normalen, sowie auch des Single-Rider-Wartebereichs für die Achterbahn. Rechts daneben befindet sich übrigens noch eine weitere, typisch französische Häuserfassade, hinter welcher sich ein neuer Schmink-Laden versteckt. Doch dies war für uns nun weniger relevant, wodurch wir endlich den Wartebereich betraten, wessen erster Raum vom bekannten Varieté-Theater Moulin Rouge handelte. Ein Kronleuchter in der Mitte und Varieté-Kostüme im Schaufenster an der Seite des Raumes, ein auffälliges Rot, sowie zahlreich blinkende Lichter stehen unserer Meinung nach für eine passende, thematische Umsetzung von Moulin Rouge. Der zweite, deutlich größere Raum steht für die Pariser Weltausstellung in der belle Epoque um das Jahr 1900, worauf ein sehr großes Wandgemälde hinweist. In der Mitte des Raumes ragt hier ein Exponat des Armes der Freiheitsstatue aus dem Boden, welche es im Ganzen schon damals bei der Weltausstellung zu bewundern gab. Ansonsten macht der Raum doch noch einen sehr kahlen Eindruck. Wir waren uns sofort sicher darüber, dass das nicht lange so bleiben wird, bis es dort noch mehr zu sehen geben wird.

Nun folgen einige, kleinere Räume, in welchen verschiedene, typische Exponate der Jahrhundertwende vorzufinden sind und somit die belle Epoque widerspiegeln. Diese Räume vermitteln mehr einen gemütlichen Eindruck. Anschließend folgt der Außenbereich, welcher aus einem Künstlergarten besteht. Dieser ist allerdings die extended queue line, welchen wir bei unserer Fahrt am Vormittag jedoch nicht durchlaufen konnten. Am Nachmittag bemerkten wir dann von außen, dass der Garten geöffnet ist, entschieden uns aber gegen die langen Wartezeiten. Von außen machte der Garten einen eher kahlen Eindruck. Doch das wird sich womöglich auch noch im Laufe der Zeit verändern. Zu bewundern gibt es dort wenige Statuen und Grünanlagen.

Es folgen nun ein kleiner Gang und eine große Treppe. Diese befindet sich nun genau dort, wo zuvor die Rolltreppe der alten Eurosat vorzufinden war. Oben angekommen ist man auch schon im letzten thematischen Raum, bevor es dann über einen breiten Gang, wessen Thematisierung auch noch nicht so ganz fertig gestellt zu sein scheint, direkt zur Station geht. Dieser letzte Raum zeigt noch einmal einige Exponate, welche wunderbar zur Jahrhundertwende passen. Die Exponate, welche wir zu einem großen Teil verschiedensten Parkecken aus alten EuropaPark-Zeiten zuordnen konnten und nun wieder zurück gekehrt sind, sind ziemlich chaotisch, aber irgendwie auch sehr passend in diesem Raum angeordnet.

Angekommen in der Station scheint die Thematisierung soweit fertig gestellt. Zu sehen sind Ziegelwände mit Blumen, sowie Stoff von der Decke und Operator, die zu Frankreich passende Arbeitskleidung anhaben. Was aber besonders auffällt ist die schnelle Abfertigung und die, wie auch schon bei der vorherigen Eurosat, zahlreiche Menge an Zügen. Verlässt 1 Zug den Bahnhof, steht der nächste schon bereit.

Insgesamt sind 7 Züge mit je 7 Reihen und 2 Sitzplätzen vorhanden und dies ermöglicht natürlich hohe Kapazitäten, trotz einer wirklich langen Fahrzeit.

An dieser Stelle möchten wir auch einmal kurz unsere persönliche Meinung zu den neuen Zügen bekannt geben: Wir finden sowohl die Form, als auch die rot-goldene Farbe extrem passend zum Thema gewählt. Außerdem ist zu erwähnen, dass der Sitzkomfort deutlich verbessert wurde: Man sitzt nun bequemer, hat für sich und auch für seinen Rucksack mehr Platz im Wagen und ebenfalls neu im Vergleich zu den Zügen davor ist der Einzelbügel, welcher einfach deutlich praktischer ist als ein Zweierbügel.

Und an dieser Stelle heißt es nun auch für uns einsteigen und losfahren! Bevor wir euch jedoch erzählen, wie uns die Fahrt mit dem CanCan Coaster gefallen hat, sollten wir vorweg gleich sagen, dass sich am Strecken-Layout nichts wirklich geändert hat. Lediglich Berechnungen, sowie das Lichtraumprofil wurden an den neuesten Stand angepasst und nennenswert wäre außerdem noch die neue Drehweiche, welche nach der Schlussbremse folgt und in dieser Form als eine Weltneuheit gilt. Die Weiche führt nämlich zu insgesamt 4 Schienenenden: dem normalen Bahnhof, dem Wartungsgleis, der VR-Einfahrt und der VR-Ausfahrt.

Na ja, jedenfalls ging es erst einmal für uns nach der Station in eine rechts-Kurve und per Trommellift die Kugel nach oben. Dabei spielte der ehemalige Eurosat-Soundtrack in einer abgewandelten, eher klassischen Form. Im Vergleich zur vorherigen Eurosat sahen wir an diesem Punkt jedoch eine ganz klare verschlechterung: Man konnte aus dem Wagen den Soundtrack kaum wahrnehmen und genießen schon gar nicht, weil der Trommellift recht laut und quietschend die Musik begleitet hat. Wir im Team sind uns einig, dass die Musik in der vorherigen Eurosat mit das wichtigste bei der Fahrt war.

Eine weitere Veränderung am Trommellift ist die neue Thematisierung in der Mitte des Lifts. Zu Beginn sieht man dort eine Häuserfassade, welche sich im selben Tempo mit den Zügen mitdreht und welche man immer weiter nach oben fährt, bis man schließlich am Pariser Eifelturm ankommt. An der Spitze des Eifelturms angekommen hat man das Ende des Lifts erreicht, die Musik ändert sich und der Zug rast ab jetzt wieder nach unten.

Allgemein wird mit der Achterbahn eine Fahrt durch das nächtliche Paris dargestellt, wobei der Zug an Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise der Kathedrale Notre Dame und dem Triumphbogen vorbeifährt und unten zu guter letzt wieder den MoulinRouge-Bereich pasiert, bevor er auf der Schlussbremse zum stehen kommt. Die Sehenswürdigkeiten usw. leuchten dabei nur kurz auf, wenn der Zug vorbei fährt und gehen danach wieder aus. Dies sorgte bei der ersten Fahrt für den ein oder anderen Überraschungseffekt.

Nach beendigung der Fahrt waren wir uns jedoch einig, dass sich im Vergleich zur vorherigen Eurosat nicht alles verbessert hat, bzw. uns manches vorher einfach besser gefallen hat. Und somit fällt unser persönliches Fazit zum Eurosat CanCan Coaster nun sehr gemischt aus:

Die äußere Häuserzeile der Attraktion hat uns sehr gut gefallen und wurde sehr gut dem französischen Themenbereich angepasst. Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns der gesamte Wartebereich mit der Thematisierung vom Varieté-Theater Moulin Rouge und der belle Epoque um 1900. Komplett fertig haben wir den Wartebereich jedoch noch nicht gesehen. Wir sind gespannt mit was die Warteschlange noch aufgebessert wird im Laufe der Zeit. Auch gut gefallen hat uns die Station, die Arbeitskleidung der Operator und das Layout, sowie den verbesserten Komfort der Züge.

Eher negativ fanden wir den roten Anstrich der Schienen, denn der war einfach unnötig, weil die Schienenfarbe lediglich in der Station auffällt. Ebenfalls negativ empfanden wir dann den lauten Trommellift, welcher die Musik sehr übertönt. Die Idee mit der Häuserzeile und vorallem dem Eifelturm im Lift fanden wir hingegen wieder sehr gut, wobei uns die Dunkelheit zuvor auch immer sehr gut gefallen hat. Hingegen schlecht finden wir die Thematisierung in der Kuppel. Gerade wenn man diese mit der Thematisierung um die Achterbahn herum vergleicht, kam diese besonders billig, fast schon lächerlich rüber. An der Idee mit der Fahrt durch das nächtliche Paris und auch an der Idee mit den aufleuchtenden Sehenswürdigkeiten haben wir grundsätzlich aber natürlich nichts auszusetzen. Uns stört daran die Umsetzung.

Sehr wichtig ist es natürlich noch zu erwähnen, dass die Bahn im Vergleich zu vorher nun deutlich weicher fährt. Spätestens aus diesem Grund wäre es dringend notwendig gewesen die Attraktion zu überarbeiten, nachdem man die ruckelige Fahrt als zahlreich negative Kritik bezüglich der alten Eurosat zu lesen bzw. zu hören bekommen hat. Uns persönlich hat die ruckelige Fahrt zuvor wenig (ausgenommen der Schlussbremse) gestört, eher sogar das besondere Fahrgefühl dieser Achterbahn ausgemacht. Es war jedoch trotzdem das einzig richtige vom Park diese Attraktion zu überarbeiten.

Der Eurosat – CanCan Coaster gehört unserer Meinung zu den Top-Attraktionen des Europa Parks und somit können wir ihn, insbesondere für Familien, für jeden Parkbesuch weiterempfehlen. Bei Wartezeiten wie wir sie an diesem Tag hatten, würden wir ihn persönlich jedoch nicht noch einmal fahren und andere Achterbahnen im Park vorziehen. Zumindest so lange bis sich einiges an der Thematisierung in der Kuppel geändert hat.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere